Hilfskomitee der Galiziendeutschen.

 

Hilfskomitee der Galiziendeutschen

Das „Hilfskomitee der Galiziendeutschen A. u. H. B. im Diakonischen Werk der EKD e. V.“ ist im Jahre 1946 (18.09) von Bischof Dr. Theodor Zöckler als Verein zur Hilfe für die in ganz Deutschland verstreuten Flüchtlinge aus Galizien gegründet worden. Diese waren 1939/40 nach dem Polenfeldzug in den Warthegau umgesiedelt und 1945/46 als Flüchtlinge und Vertriebene in den Westen Deutschlands gekommen.

In ihrer Not wandten sich viele an den „Vater der Galiziendeutschen“, Gründer und Leiter der Zöckler’schen Anstalten“ in Stanislau (1896-1939), den sie aus der alten Heimat kannten. Um dieser großen Not zu wehren, sammelte Zöckler einige Vertrauensleute, die er aus Galizien kannte und versuchte im Rahmen des „Hilfskomitees“ den Landsleuten Hilfe zu gewähren.

Zunächst waren die Aufgaben seelsorgerliche, materielle und kulturelle Betreuung der über ganz Deutschland verstreuten Flüchtlinge, z. B. Besuchsdienst, Familienzusammenführung, Hilfe bei Unterkunft, Beratung bei Auswanderungsabsicht usw.

Die Verfolgung politischer Ziele war ausgeschlossen und von den Alliierten nicht gestattet.

Nach der Linderung der gröbsten Not kam die Aufarbeitung und Dokumentation der Geschichte Galiziens hinzu. Es wurde das Monatsblatt „Das heilige Band“ gegründet, um den Zusammenhalt der Galiziendeutschen zu erreichen und sie mit notwendigen Nachrichten zu versorgen. Ab 1954 kam die Herausgabe eines Jahreskalenders „Zeitweiser der Galiziendeutschen“ hinzu. Jährlich wurden Heimattreffen in verschiedenen Regionen Deutschlands organisiert.

Nach der politischen Wende in Osteuropa 1990/91 ergab sich die Möglichkeit, durch Studienreisen die alte Heimat zu besuchen und Kontakte zu den ehemaligen ukrainischen Nachbarn wieder anzuknüpfen. Diese Kontakte zur Stärkung der Völkerfreundschaft werden bis heute weitergeführt.


Einweihung Gedenkstein in Dornfeld im Jahre 2000